CRUSTA10 – Österreichische Flusskrebszucht
FRESHWATER CRAYFISH HATCHERY AUSTRIA
Astacus - Austropotamobius - Pacifastacus - Astacidae, Cambaridae, Parastacidae

Krebse im Aquarium

KREBSE IM AQUARIUM und GARTENTEICH:
Zu Studienzwecken und für verschiedene Untersuchungen halten wir Flusskrebse auch unter aquaristischen Bedingungen. Wir pflegen neben den heimischen Arten
Edelkrebs (Astacus astacus)
Bachkrebs od. Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)
Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes)
Europäischer Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus)
auch Flusskrebse aus aller Welt wie
Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)
roten amerik. Sumpfkrebs (Procamberus clarkii)
Kamberkrebs (Orconectes limosus)
Kubakrebs (Procamberus cubensis)
Blauer Floridakrebs (Procambarus alleni)
Floridakrebs (Procambarus fallax)
??? (Procambarus leonensis)
??? (Procambarus spiculifer)
??? (Procambarus pictus)
??? (Procambarus paeninsulans)
??? (Procambarus geodytes)
??? (Orconectes durelli)
??? (Orconectes compressus)
??? (Orconects virilis)
Kalliko-Krebs (Orconectes immunis)
??? (Procambarus milleri)
Cajun-Zwergflusskrebs (Cambarellus shufeldtii)
Oranger Zwerflusskrebs (Cambarellus patzcuarensis)
Marron(Cherax tenuimanus)
Yabby(Cherax destructor)
Redclaw(Cherax quadricarinatus)
Neuguinea-Krebse (Cherax lorentzi, Ch. holthuisi, Ch. albertisii,)
Chilenischer Flusskrebs (Samastacus spinifrons)
Chilenischer Auenkrebs (Parastacus nicoletti)
Bilder all dieser Arten finden Sie unter den lateinischen Namen auf unserer „internationalen“ Seite www.crusta10.de unter Galerie
In unseren Krebsaquarien leben auch noch andere Mitbewohner, wie verschiedene Fische, Muscheln und andere Mollusken.
Außerdem pflegen wir noch verschiedene Garnelenarten des Süßwassers.
Flusskrebse sind äußerst interessante Bewohner von Aquarien, und bei richtiger Pflege können alle Lebenszyklen und Verhaltensweisen beobachtet werden. Die Ansprüche der einzelnen Arten weichen weit voneinander ab. Es gibt extreme Kaltwassertiere, die bei 8-10° C leben und über 16°C zugrunde gehen, aber auch Warmwasserbewohner die bis zu 30° C und kurzzeitig mehr ertragen und schon unter 25°C recht unglücklich sind. Die wenigsten Arten sind aber dafür geeignet, in einem Zierfischaquarium gehalten zu werden. Man sollte sie besser in einem Artaquarium halten, um vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein. Krebse sind auch unglaubliche Ausbrecher und nutzen jede Gelegenheit, sich davon zu machen. Jedes Kabel oder Luftschlauch, ja selbst überstehendes Silikon in den Ecken des Aquariums reicht schon aus, um daran hoch zu klettern und zu entweichen. Man muß daher für eine absolut dichte Abdeckung des Beckens sorgen.
Es gibt im Fachhandel bereits einige Bücher über die Haltung von Flusskrebsen im Aquarium. Leider sind diese Werke zum Teil sehr fehlerhaft was die Artbeschreibung und auch die Lebensansprüche betrifft. Trotzdem ist es empfehlenswert, sie anzuschaffen, denn man erfährt auch viel Interessantes.
Gegen die Haltung von Flusskrebsen in Aquarien ist nichts einzuwenden. Neben den oben erwähnten Ausbrecherqualitäten muss man auch noch beachten, dass viele Krebse starke Gräber sind und das Aquarium nach ihren Vorstellungen umgestalten. Dabei werden auch Steine von beträchtlicher Größe bewegt. Man muss daher Aufbauten so sichern, dass sie die Gläser des Beckens nicht gefährden können. Aus seuchenhygenischen Gründen sollte man außerdem einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt.
  • Da einige der über 600 Flußkrebsarten potentielle Überträger einer gefährlichen Krankheit, der Krebspest (Aphanomyces astaci) sind, dürfen Krebse aus dem Aquarium- oder Speisekrebshandel (auch einheimische Arten) keinesfalls ins Freiland ausgesetzt werden!
  • Man sollte bei allen Mitbewohnern in Krebsaquarien (Schnecken, Muscheln, Fische) und Pflanzen Vorsicht walten lassen und diese nicht ins Freiland ausbringen, da auch über diesen Weg der Erreger der Krebspest verbreitet werden kann!
  • Hält man mehrere verschiedene Krebsarten (was in einem Becken meist wegen der auftretenden zwischenartlichen Auseinandersetzungen und dem Kannibalismus nicht gut geht) darf man keinesfalls nordamerikanische Krebse mit Vertretern aus dem Rest der Welt zusammenbringen, da alle außer diesen für die Krebspest höchst empfänglich sind und meist ein akuter, letaler Verlauf dieser Infektion zu beobachten ist.
In Europa sind bereits verschiedenste Flusskrebsarten im Handel. Teilweise werden sie weitergegeben, ohne das Informationen über ihre Artzugehörigkeit und ihre Herkunft vorliegen. Es werden dann Fantasienamen erfunden, unter welchen sie gehandelt werden. Auch die jüngst zu diesem Thema erschienene Aquarienliteratur ist nicht immer eine große Hilfe, da zwar schöne Fotos gezeigt werden, die Arten aber nicht oder sogar falsch bezeichnet und beschrieben sind.
Ohne das Herkunftsgebiet zu kennen ist es aber mit beträchtlichem Aufwand verbunden, eine Artbestimmung durchzuführen. Aber nur mit einer solchen können seriöse Aussagen über Lebensansprüche und Haltungsbedingungen gemacht werden. Leider sind auch Fotos der Tiere wenig aussagekräftig, denn meist handelt es sich im Aquarienhandel um fehlfarbene Tiere, die wegen ihrer Buntheit aus dem Speisekrebshandel aussortiert werden und zu den Aquarienhändlern gelangen. Die Färbung von Flusskrebsen hängt, abgesehen von Fehlfärbungen genetischen Ursprungs, von vielen Faktoren wie Futter, Beleuchtung und Wasserchemie ab. Sie kann sich auch bei der Häutung verändern.
 
Krebse im Gartenteich
Flusskrebse im Gartenteich sind ein eigener Problemkreis, auf dem hier wegen seiner Wichtigkeit (Bedrohung der heimischen Arten) eingegangen werden soll.
  • Es sollten nur einheimische Krebse in Gartenteiche ausgesetzt werden. Diese Tiere sollte man nur aus Zuchtanstalten (und wenigen, sehr guten Aquarienhandlungen, die über die Problematik Bescheid wissen) beziehen, denn bei anderen Exemplaren ( z.B. aus dem Speisekrebshandel) muss man davon ausgehen, dass sie in den Hälterungsanlagen mit dem Erreger der Krebspest in Kontakt gekommen und bereits infiziert worden sind. Eine weitere Möglichkeit ist es, sie aus umliegenden Gewässern umzusiedeln. (Achtung, die Tiere unterliegen dem Fischereirecht, unbedingt Einverständnis einholen)!
  • Man sollte nur Jungkrebse besetzen, denn adulte Tiere neigen dazu, zu kleine (die meisten Gartenteiche) oder ihnen nicht zusagende Gewässer zu verlassen, und das auch über Land. Aus diesem Grund geht von ausländischen Krebsen eine so große Gefahr aus. Sie klettern aus den Gartenteichen aus und wandern viele hundert Meter weit, bis sie ein neues Gewässer finden! Krebse können tagelang atmosphärische Luft atmen, solange sie nicht austrocknen. Sind sie also Nachts oder bei Regen oder Tau unterwegs, legen sie enorme Strecken zurück! Dadurch können sie zur Verbreitung der Krebspest beitragen.
  • Gartenteiche unter einer bestimmten Größe (200m²) sind für Krebse ungeeignet. Auch wenn man mit Jungkrebsen besetzt, werden diese eines Tages geschlechtsreif und vermehren sich. Dann geht es meist rasch und im Gartenteich steigt die Dichte der Krebse an. Da Krebse Allesfresser sind machen sie sich bald über alles Lebendige im Gartenteich her (Pflanzen, Insekten, Mollusken, Amphibien…). Dies kann so weit führen, dass letztendlich nur mehr Krebse überbleiben und der Gartenteich seine Funktion als Kleinbiotop eingebüßt hat. Selbst bei größeren Teichen kann dies eintreten, wenn die natürlichen Fressfeinde des Flusskrebses fehlen oder keine „Bewirtschaftung“ durchgeführt wird.
Krebse haben aber auch sehr positive Auswirkungen auf ihr Heimatgewässer, wenn das natürliche Gleichgewicht erhalten bleibt. Sie fressen z.B. auch das Herbstlaub, das in vielen Kleingewässern ein Problem darstellt. Unter einer gewissen Größe des Teiches ist es aber unproblematischer, das Herbstlaub händisch- mechanisch zu entfernen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass man Krebse in Gartenteichen nur nach genauer, intensiver Information und am besten nach der Beratung durch einen Fachmann aussetzen sollte.